Windkraft in der Steiermark

Wo sich bereits Windräder drehen und wo noch ausgebaut wird

ÜBERBLICK. 121 Windräder gibt es in der Steiermark und etliche weitere sollen demnächst dazukommen. Unser großer, grafisch aufbereiteter Überblick über die Windkraft im Land, Stand Februar 2026.

Von Günter Pilch (Text), Günter Pichler (Infografiken) und Jonas Binder (Karten)

In den vergangenen 20 Jahren ist die Windkraft in der Steiermark kräftig ausgebaut worden. Besonders stark war der Zuwachs seit 2012: Die installierte Windkraft-Leistung im Land hat sich seither versechsfacht. Heute sind in der Steiermark 121 Windräder mit einer gesammelten Leistung von rund 323 Megawatt (MW) am Netz. Zum Vergleich: Das ist deutlich mehr als die elektrische Leistung des einstigen Kohlekraftwerks in Mellach (225 MW) und das 18-Fache des Grazer Murkraftwerks (17,7 MW). 

Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark in Sachen Windkraft hinter Niederösterreich und dem Burgenland mit ihren weiten, windigen Ebenen an dritter Stelle. Der Branchenverband IG Windkraft ordnet der Steiermark allerdings in Summe ein größeres Windkraftpotenzial zu als dem Burgenland. Die übrigen Alpenbundesländer liegen noch weit abgeschlagen hinter der Grünen Mark. Tirol, Vorarlberg und Salzburg verfügen bislang über kein einziges Windrad. Und Kärnten sprach sich in einer Volksbefragung über die Zukunft der Windkraft im Land im Jänner 2025 knapp für ein Verbot von neuen Anlagen aus.

Genug konstanten Wind, um kommerzielle Windräder betreiben zu können, gibt es in der Steiermark vor allem auf den Bergrücken, während sich der Süden des Landes dafür nicht eignet.

Die steirische Landesregierung hat 2013 ein Entwicklungsprogramm erarbeitet, das einen rechtlichen Rahmen für den Ausbau von Windkraftwerken vorgibt. 2019 wurde es novelliert.

Die Steiermark ist 16.400 Quadratkilometer groß. Etwa 77 Prozent der Landesfläche unterliegen der  Alpenkonvention.  Das Entwicklungsprogramm bezieht sich nur auf diesen Raum.
Denn nur im Alpenraum gibt es Gebiete, in denen in der Steiermark das Windangebot für einen effizienten Betrieb von Windrädern ausreicht. Diese Gebiete wiederum machen weniger als zehn Prozent der Landesfläche aus. Gelbe Bereiche zeigen dabei Windstärken  von 18 bis 23 km/h  an, rote Bereiche kennzeichnen Geschwindigkeiten von  mehr als 28,8 km/h. 
Doch knapp ein Drittel des Alpenraumes – darunter viele Gebiete mit großem Windpotenzial – sind im Entwicklungsprogramm als  Ausschlusszonen  definiert, dort dürfen also keine Windparks angelegt werden. Es handelt sich dabei unter anderem um besonders sensible Landschaften und Lebensräume, etwa für Birkhühner.

44,6 Quadratkilometer sind hingegen als sogenannte  Vorrangzonen  festgelegt. Dort soll vorrangig ausgebaut werden, die Gebiete sind bereits für Windkraftnutzung gewidmet. Diese insgesamt 14 Gebiete machen nur 0,35 Prozent der steirischen Alpenfläche aus. Weiters gibt es noch drei  Eignungszonen  mit einer Gesamtgröße von 1,4 Quadratkilometern (0,01 Prozent der Alpen). In Eignungszonen obliegt die Widmung den Standortgemeinden.
In acht der 14  Vorrangzonen  sowie in zwei der drei  Eignungszonen  ...

... drehen sich bereits Windräder. Die eine Anlage am Präbichl – derzeit steht dort übrigens nur der Turm, denn das Windrad wird erneuert – liegt außerhalb der Eignungszone. Auch weitere Windräder gibt es, die sich außerhalb der Zonen befinden.
Neben den steiermarkweit insgesamt 121  bestehenden Windrädern sind Anfang 2026 in Summe 30 Windräder im Bau – jeweils 15 auf der Soboth sowie der Freiländeralm in der Weststeiermark.
Außerdem sind bereits einige weitere Windparks geplant. Behördliche Verfahren laufen bei drei neuen Projekten, die insgesamt  33 Windräder* umfassen. Scrollen Sie weiter, um Details zu den laufenden Projekten zu erfahren!
*Nicht eingerechnet sind in diese Zahl die Modernisierungsprojekte Steinriegel und Hochpürschtling (Gemeindegebiet von Langenwang, Krieglach und Ratten bzw. Krieglach, St. Barbara im Mürztal und Stanz im Mürztal).

Hinweis: Die Lage der geplanten Windräder ist ungefähr und anhand von Plänen nachgezeichnet, während jene der Bestandsanlagen überwiegend anhand von Geodaten des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen bestimmt ist. Schematische Darstellung der Windräder, Größenverhältnisse zueinander bzw. zum Gelände sind nicht maßstabsgetreu.

Vorrangzone Hochpürschtling

In der Vorrangzone Hochpürschtling zwischen Krieglach und der Stanz (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) sind derzeit insgesamt 18 Windräder aufgereiht: Neun gehören zum Windpark Stanglalm, die weiteren neun (hier rechts zu sehen) zum Windpark Hochpürschtling.

Im Rahmen eines Repowering-Projekts sollen die neun Windräder des Windparks  Hochpürschtling  durch 14 leistungsstärkere Anlagen (gesamt 71,4 MW) ersetzt werden. Somit werden netto fünf Anlagen bzw. 53 MW zugebaut. Das Vorhaben stand im Herbst 2025 laut dem Projektbetreiber, der Windheimat GmbH, kurz vor der Genehmigung.

Vorrangzonen Pretul und Steinriegel

Mehrere Windparks mit 48 Windrädern sind in bzw. bei den zwei Vorrangzonen Steinriegel und Pretul (Foto) zu finden, die an der Bezirksgrenze von Weiz und Bruck-Mürzzuschlag in den Gemeinden Ratten, Rettenegg, Langenwang und Mürzzuschlag liegen. Gesamtleistung: mehr als 100 Megawatt (MW).

Die zehn Anlagen des bestehenden Parks  Steinriegel 1  sollen durch zwölf neue Windräder ersetzt werden, eines davon wurde schon abgebaut. Das Ausbauprojekt war bereits genehmigt, doch das Vorhaben hat sich im Herbst 2024 geändert. Es sollen stärkere Windräder eingesetzt werden, die gegenüber dem Altbestand um 60,3 MW mehr leisten. Die neuerliche Genehmigung erfolgte im Dezember 2025. Den Baustart plant die Wien Energie für das Jahr 2027, die Inbetriebnahme für voraussichtlich Ende 2028.

Vorrangzone Gruberkogel

Gegenüber der Pretul liegt in der Gemeinde Rettenegg auf der anderen Talseite der Gruberkogel – dieser ist noch windradlos. In der gleichnamigen Vorrangzone sollen aber  9 Windräder  errichtet werden und eine Gesamtleistung von 38,7 MW erbringen. Die Wien Energie plant mit einem Baustart 2028 und der Inbetriebnahme Ende 2029.
Die  6 Windräder  weiter südlich gehörigen übrigens zum bestehenden Windpark Herrenstein.

Vorrangzone Freiländeralm

Vier Windräder hat die Energie Steiermark 2014 bzw. 2018 schon auf der Freiländeralm im Bezirk Deutschlandsberg errichtet.

Dort gesellen sich bald  15 weitere Windräder  dazu, die in Summe 105 MW Leistung liefern. Ursprünglich wollte die Energie Steiermark 17 Anlagen bauen, die nun errichteten sind dafür aber leistungsstärker. Die Windräder liegen dabei teils außerhalb der Vorrangzone, die Gebiete der Gemeinden Deutschlandsberg, Edelschrott und Hirschegg-Pack (Bezirke Deutschlandsberg und Voitsberg) umfasst. Das Projekt hat im Herbst 2023 grünes Licht bekommen. Die Bauarbeiten laufen, Ende 2025 soll der Windpark gänzlich in Betrieb gehen.

Vorrangzone Soboth

Auch in der Vorrangzone Soboth in der Gemeinde Eibiswald (Bezirk Deutschlandsberg) baut die Energie Steiermark Anfang 2026 schon. Künftig sollen sich dort  15 Rotoren  drehen und insgesamt 96 MW leisten. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant, die ersten sieben Anlagen sollen jedoch schon im Laufe des Jahres 2026 in Betrieb gehen.

Vorrangzone Gaberl

Am Salzstiegl an der Bezirksgrenze von Voitsberg und Murtal thront aktuell ein Windrad – die Anlage erzeugt den Strom für das gleichnamige Skigebiet. Früher hatte sich dort noch ein zweites Windrad gedreht, das jedoch 2018 abgebaut wurde. Doch ein Neubau ist geplant. Fünf weitere Windräder gibt es am Gaberl (Foto).

 17 weitere Anlagen  sollen in Zukunft im Rahmen des Windparks Stubalpe, der sich auf die Gemeinden Hirschegg-Pack, Maria Lankowitz und Weißkirchen erstreckt, errichtet werden und dabei 61 MW leisten. Das Windpark-Projekt der Energie Steiermark ist bereits genehmigt, Anfang 2026 läuft noch das Verfahren für die nötige Stromleitung.

Vorrangzone Oberzeiring

Der Tauernwindpark in der Gemeinde Pölstal (Bezirk Murtal) wurde im Jahr 2002 als erster Windpark der Steiermark eröffnet. Derzeit drehen sich dort, in der Vorrangzone Oberzeiring, zehn Windräder.

Bis 2031 sollen  7 weitere Anlagen  mit einer Gesamtleistung von 42 MW hinzukommen. Hinter dem Projekt, das teils außerhalb der Vorrangzone in den Gemeindegebieten von Pölstal und Pusterwald errichtet wird, steht das Unternehmen ImWind, eine Tochter der Wien Energie. Das UVP-Verfahren läuft, die Inbetriebnahme ist bis 2031 geplant.

Wo noch Platz für Windkraft wäre

Zusammenfassend befinden sind mit Stand Jänner 2026 steiermarkweit Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 200 MW im Bau. Ein weiterer Netto-Zubau von circa 60 MW ist bereits genehmigt, zusätzliche knapp 195 MW (netto) befinden sich im behördlichen Genehmigungsverfahren. In Summe sind das 70 zusätzliche Windräder (der Abbau von Altanlagen ist hier schon gegengerechnet).

Doch wo wäre, neben den bestehenden und im Bau oder in Genehmigung befindlichen Windrädern überhaupt noch Platz für weitere Anlagen? Noch keine Windräder – also grundsätzlich Ausbau-Potenzial – gäbe es in vier Vorrangzonen und einer Eignungszone.

Und tatsächlich gibt es für die Vorrangzonen Kletschachkogel und Rosskogel Projektideen, wie Martin Jaksch-Fliegenschnee vom Branchenverband IG Windkraft schon im Sommer 2023 mitteilte. Am Kletschachkogel sind etwa schon Windmessungen erfolgt. Weil die Detailplanung und auch die Umweltverträglichkeitsprüfung noch ausständig sind, rechnet Christoph Gmoser vom künftigen Betreiber Windheimat GmbH nicht mit einem Baustart vor 2028.

Allein die Energie Steiermark plant indes den Bau von rund 50 weiteren Windrädern. „Dafür ist aber eine Erweiterung des Sachprogramms Windenergie nötig“, sagt Sprecher Urs Harnik-Lauris. Seit 2023 feilt das Land an der zweiten Erweiterung dieses Sachprogramms, um die bisher gültigen Windenergieziele erreichen zu können. Dazwischen liegt freilich der politische Farbwechsel in der Regierung nach der Landtagswahl im November 2024. Verfolgt werde das Projekt nach wie vor, hieß es im Herbst 2025 aus dem Büro des inzwischen zuständigen Landesrats Stefan Hermann (FPÖ).

Weitere mögliche Projekte

Zumindest geplant werden neue Windparks auch bereits abseits von Vorrang- oder Eignungszonen. Im Bezirk Liezen will eine Investorengruppe mehrerer steirischer Energieunternehmen auf dem Hubereck (zwischen Admont und Rottenmann) sechs bis 14 Windräder errichten. Status Anfang 2026? Nicht vom Tisch, aber auch nicht wirklich konkret.

Konkreter, aber ebenfalls noch nicht im Genehmigungsverfahren, war das Projekt Herrenwaldrücken am Bergrücken im Norden von Trieben (Bezirk Liezen). In einer Befragung stimmte die Gemeindebevölkerung zu 55 Prozent für den Windpark. Statt wie ursprünglich geplant sechs sollen nur fünf Anlagen zu je 4,5 MW, also mit einer Gesamtleistung von 22,5 MW, errichtet werden.

Eine Projektidee gibt es auch für sechs Windräder mit einer Leistung von vier bis sechs MW auf einem Berggrat an der Gemeindegrenze zwischen Irdning-Donnersbachtal und Aigen im Ennstal. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden zeigen sich wenig begeistert, das Gebiet liegt zudem auch außerhalb der derzeit 14 Vorrangzonen.

Seit Herbst 2025 ist in Radmer (Bezirk Leoben) ein möglicher Windpark der Wien Energie im Finstergraben großes Thema.

Im Bezirk Murtal spricht sich die Agrargemeinschaft „Bürgerschaft Obdach“ als Grundbesitzer mehrheitlich für die Errichtung eines Windparks im Gebiet des Weißensteinberges an der Grenze zu Kärnten aus. Es gibt auch bereits einen Optionsvertrag mit der Wien Energie, kommen sollten maximal zehn Windräder. Bürgermeister Peter Bacher (ÖVP) tritt für eine Volksbefragung ein, auch dieses Projekt läge nicht in eine Vorrangzone.

Was die neue Landesregierung plant

Laut blau-schwarzem Regierungsprogramm sollen bis 2030 jedenfalls zum aktuellen Bestand von 321 Megawatt weitere 400 dazukommen. Das klingt nach einer massiven Erweiterung, bliebe aber – sofern dieses Ziel streng ausgelegt wird – deutlich hinter der bisher gültigen steirischen Klima- und Energiestrategie zurück. Dort ist von einem Windkraft-Ausbau auf in Summe 1000 MW Leistung bis 2030 die Rede. Die nunmehr angekündigten zusätzlichen 400 MW wären schon durch jene Projekte ausgeschöpft, die sich bereits in Bau bzw. in abgeschlossenen oder laufenden Verfahren befinden und damit rechtlich ohnedies nicht mehr abgedreht werden könnten.

Bereits die schwarz-rote Landesregierung hatte in der Klima- und Energiestrategie das Ziel gesetzt, in der Steiermark bis 2030 jährlich 2,9 Terawattstunden Windstrom zu produzieren. Dafür müsste sich der Windrad-Bestand auf mehr als 200 Rotoren fast verdoppeln.

Abgeblasene Windparks

Keinen Windpark bekommt jedenfalls die Gemeinde Gaal (Bezirk Murtal). Fast 72 Prozent der Bürger stimmten gegen die geplanten acht Windräder auf der Brandkuppe. Abgeblasen wurde auch ein Projekt in der Vorrangzone Bocksruck-Habring. Der geplante, gleichnamige Windpark in den Gemeinden Unzmarkt-Frauenburg, St. Georgen ob Judenburg und Pölstal (Bezirk Murtal) habe sich nach Angaben der Projektwerber als unrentabel herausgestellt und wurde daher nicht umgesetzt. Fraglich ist nun, ob dort künftig überhaupt ein Windpark wirtschaftlich betrieben werden könnte.

Die Pausetaste gedrückt hat man auch in der Veitsch (St. Barbara im Mürztal, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Sechs Windräder wollten dort die Industriebetriebe RHI Magnesita und Breitenfeld Edelstahl auf der Langeben zusammen mit der Windkraft Simonsfeld AG errichten. Doch: Aufgrund der turbulenten Windverhältnisse sei kein wirtschaftlicher Betrieb möglich, teilte die Windkraft Simonsfeld mittlerweile mit.

Trotz aller Diskussionen zu den einzelnen Projekten wird der weitere Ausbau der Windkraft lauf Umfragen von den meisten Steirern begrüßt. So ergab das im Juli 2023 veröffentlichte Klimaschutzbarometer eine Zustimmungsrate von 77 Prozent. 

So funktioniert die Windenergie-Erzeugung

Windradtypen

Im Wesentlichen haben sich bis heute zwei verschiedene Windradtypen durchgesetzt: Anlagen mit und Anlagen ohne Getriebe. Neben diesen zwei Typen gibt es, je nach Hersteller und Region, noch andere Bauformen.
(schematische Darstellungen)

Das getriebelose System ist sehr kompakt und kommt mit weniger Bauteilen aus, der Generator (Ringgenerator) ist schwerer und größer als bei Getriebeanlagen. Ringgeneratoren sind teurer als klassische Synchrongeneratoren.

Um sich an die Windsituation anzupassen, können Gondeln und Rotorblätter bei den meisten Anlagen elektronisch verstellt (gedreht) werden. Eingebaute Bremsen sichern die Rotoren bei Sturm oder Wartungsarbeiten.

Das klassische Konzept – Rotor, Getriebe und Generator – ermöglicht kleinere Bauweisen (Gondeln).

Getriebeanlagen haben als Nachteil höhere Wartungskosten. Getriebe nützen sich ab, benötigen u. a. Ölwechsel und sind reparaturanfälliger.

Getriebe produzieren Wärme. Um ein Überhitzen zu verhindern, müssen sie gekühlt werden und benötigen ein Kühlsystem.

Das hier beschriebene Modell erklärt das Prinzip einer durchschnittlichen Festlandanlage. Je nach Hersteller, Bauweise, Anlagentyp, regionaler Boden- und Geländebeschaffenheit oder Baujahr kann es zu Abweichungen zu den hier beschriebenen Angaben kommen.

Die wichtigsten Bauteile einer Windkraftanlage sind Fundament, Turm, Gondel und Rotor. Drei Rotorblätter sind in gleichmäßigen Abständen an der Gondel über dem Turm angebracht. Dieses Baudesign hat sich seit den 1980er-Jahren durchgesetzt.

Das Fundament dient der Standfestigkeit der Anlage. Die meisten Fundamente von Windkraftanlagen auf dem Festland bestehen aus Beton und Stahl.

Der Turm ist der größte und schwerste Teil der Anlage. An den Kosten der gesamten Anlage hat der Turm einen Anteil zwischen 15 und 25 %. Je nach Standort und Bodenbeschaffung variieren die Turmhöhen. Im Turm befinden sich auch der Aufstieg zur Gondel und die Kabelstraße.

Die aerodynamischen, meist aus glasfaserverstärktem Kunststoff bestehenden Rotorblätter können per Computersteuerung an die Windrichtung und Windstärke angepasst werden.

Die Gondel beherbergt mit Getriebe, Generator zur Stromerzeugung und zahlreichen Messsystemen die wichtigsten Komponenten der Anlage. Die Gondel ist drehbar und kann sich dadurch den Windrichtungen anpassen.

Ein Windrad mit 5 Megawatt Leistung kann pro Jahr Strom für ungefähr 3700 Haushalte erzeugen.

Technische Entwicklung

Windkraftanlagen gibt es mittlerweile in jeder Größenordnung, von kleinen Balkonanlagen bis hin zu großen Windrädern in Windparks, die Höhen über 200 Meter erreichen. Hinweis: Die folgende Grafik illustriert, was technisch im Laufe der Jahre möglich wurde – das heißt aber nicht, dass derartige Anlagen auch tatsächlich in der Steiermark bzw. Österreich stehen.

Das Prinzip der Energiegewinnung einer Windkraftanlage ist die Umwandlung der Bewegungsenergie des Windes in Strom.

Man unterscheidet auch zwischen Onshore-Windkraftanlagen an Land und Offshore-Windparks, die sich im Wasser, z. B. auf See, befinden. Das Prinzip der Energiegewinnung ist an Land oder auf See gleich.

Diese Illustration zeigt Onshore-Anlagen an Land.

Prandtl-Schicht nennt man die bodennahe Grenzschicht der Atmosphäre, die unmittelbar an die Erdoberfläche anschießt (bis etwa 100 m Höhe).

In der bodennahen Luftschicht ist die Luft – wegen der vielen Hindernisse wie z. B. Häuser, Bäume usw. – sehr turbulent.

Als Ekman-Schicht bezeichnet man den oberen Teil der atmosphärischen Grenzschicht. Sie reicht vom Ende der Prandtl-Schicht in ca. 100 Meter bis in etwa 1000 Meter Höhe.

In den höheren Luftschichten bläst der Wind gleichmäßig konstant. Deshalb werden Windräder möglichst hoch gebaut.

Je gleichmäßiger der Wind bläst, desto mehr Strom kann mit einer Windkraftanlage erzeugt werden.

Mit jedem Meter Bauhöhe steigt der Stromertrag um 1 %.

Mit einer Verdoppelung der Flügellänge steigt der Stromertrag um das Vierfache.

Die doppelte Windgeschwindigkeit erzeugt den achtfachen Energieertrag.

Hinweis: Die beispielhaften Angaben zur technischen Entwicklung stammen vom deutschen Bundesverband Windenergie. Die österreichische IG Windkraft weist darauf hin, dass Anlagen mit einer Leistung von 12 MW derzeit weltweit noch nirgends im Regelbetrieb eingesetzt werden.

Quellen: IG Windkraft, Bundesverband Windenergie Deutschland, Wien.Info, Land Steiermark

Kartengrundlage: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, WebGIS Steiermark

Windangebot, Alpenkonvention, Vorrangzonen, Eignungszonen, Ausschlusszonen: Land Steiermark

Windrad-Standorte: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, IG Windkraft, Land Steiermark, Projektwerber

Renderings und Illustrationen: Adobe Stock (7), Bundesverband Windenergie Deutschland

Fotos: Bundesforste (2), Land Steiermark (2), Energie Steiermark, Stefan Kratzer, KLZ/Pototschnig, KK

Video: Adobe Stock