BEMANNTE MONDUMRUNDUNG

Der neue
Wettlauf zum Mond

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INFOGRAFIK. Am 21. Juli 1969 betrat der erste Mensch den Mond, 1972 der bislang letzte. Über 50 Jahre später liefern sich verschiedene Nationen ein neues Wettrennen. Seit 2023 sind zahlreiche Mondlandungen gelungen, nun startete die erste bemannte Mission seit 54 Jahren.

Von Silke Ulrich und Thomas Golser

Mehr als 50 Jahre nach der letzten bemannten Mondmission steht erneut der Erdtrabant im Mittelpunkt der Weltraumaktivitäten. Der neu entfachte Wettlauf zum Mond findet jedoch nicht mehr ausschließlich zwischen den USA und Russland statt. Zahlreiche Nationen arbeiten derzeit an Mondmissionen und bereiten die Rückkehr bemannter Raumflüge vor. Etliche unbemannte Missionen wissenschaftlicher wie kommerzieller Art waren in den letzten Jahren bereits erfolgreich, einige sind auch gescheitert.

Nun wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen: Die Nasa startete zu einer bemannten Mission. Vier Astronauten – darunter eine Frau – werden im Rahmen von Artemis 2 den Mond umrunden. Die Reise wird rund zehn Tage dauern. Die Nasa stemmt das Artemis-Programm aber nicht allein. Viele private Raumfahrtunternehmen sind involviert – darunter beispielsweise auch Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Zudem arbeiten internationale Partner, vor allem die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und die europäische Raumfahrtbehörde ESA, mit.

Die Mission
Artemis 2

Space Launch System (SLS)

Die Schwerlastrakete ist die leistungsstärkste Rakete der Nasa. Sie erzeugt einen Schub von 39,1 Meganewton. Das sind 15 Prozent mehr als die Mondrakete Saturn V aus der Apollo-Ära.

Am 1. April um 18.35 Uhr Ortszeit (00.35 Uhr MESZ) hob die Mannschaft von Cape Canaveral in Florida ab. Artemis 2 ebnet damit den Weg für eine zukünftige Landung sowie die spätere Errichtung einer permanenten Basis auf dem Erdtrabanten. Das Artemis-Programm sah ursprünglich auch eine Raumstation im Mondorbit vor, diese Pläne wurden von der Nasa auf unbestimmt Zeit verschoben.

Die Mission
Artemis 2

Einmal Mond und zurück

Die Orion wird sich etwa 400.000 Kilometer von der Erde entfernen. So weit sind seit der Apollo-Ära keine Menschen mehr ins All vorgedrungen.

Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Mit zwei Trägerraketen will man eine Mondlandefähre sowie ein bemanntes Raumschiff in eine Mondumlaufbahn befördern, wo sie sich treffen und miteinander verbinden sollen. Anschließend soll die Mondfähre Astronauten auf die Oberfläche des Mondes transportieren, wo sie wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, Proben sammeln und diese schließlich zur Erde mitbringen sollen. Um all dies zu erreichen, arbeiten chinesische Wissenschaftler derzeit an einer Reihe neuer Entwicklungen, darunter: eine neue Raketengeneration "Langer Marsch 10", eine Mondlandefähre, ein Mondrover sowie weitere Ausrüstung.

Auch Russland will Menschen auf den Mond befördern, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten (nicht nur, aber auch wegen des Ukraine-Kriegs) zu kämpfen.

Die Zukunft hat schon begonnen

1972 betrat zum letzten Mal ein Mensch den Mond, doch schon bald soll es wieder so weit sein. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang. Eine Übersicht über die geplanten (und teils leider auch wieder gescheiterten) Projekte: vom Mobilnetz auf dem Erdtrabanten bis hin zur Mondbasis.

seit 2022 | Artemis-Missionen (USA)

Das Artemis-Programm der Nasa soll dort anschließen, wo das Apollo-Programm aufgehört hat. Seit Eugene Cernan 1972 als bislang letzter Mensch die Mondoberfläche verließ, gab es in den USA immer wieder Bestrebungen, zum Mond zurückzukehren.
Mit dem Raumschiff Orion soll dies nun gelingen.

2022 | Artemis 1

Nach knapp 26 Tagen im All ist die unbemannte Kapsel Orion im Dezember 2022 im Pazifik gelandet. Sie reiste rund 2,3 Millionen Kilometer durch den Weltraum, flog um den Mond und sammelte wichtige Daten. Die Testmission war ein wichtiger Schritt für die Rückkehr von Menschen auf den Mond.

2026 | Artemis 2

Am 1. April 2026 ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 (1972) gestartet. Artemis 2 soll die Systeme und Arbeitsabläufe an Bord des Raumschiffs Orion für zukünftige bemannte Mondlandungen erproben. Der Flug wird zehn Tage dauern, die Start musste zuvor mehrmals verschoben werden.

2027 | Artemis 3

Es wäre die Krönung, wenn schon bald nach über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen. Derzeit ist die Mission für das Jahr 2027 vorgesehen. Zwei der vier Besatzungsmitglieder sollen dann etwa eine Woche in der Nähe des Südpols des Mondes verbringen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. 30 Tage soll diese Mission insgesamt dauern.

seit 2009 | LRO (USA)

Der Lunar Reconnaissance Orbiter ist eine bewährte Mondsonde mit echtem Scharfblick. Seit Jahren umrundet der Orbiter den Mond und macht Fotos.

seit 2022 | Danuri (Südkorea)

Der Orbiter befindet sich seit Dezember 2022 in der Umlaufbahn des Erdtrabanten und liefert seither spektakuläre Bilder. Danuri soll die Mondoberfläche kartografieren und analysieren, die magnetische Strahlung sowie die Gammastrahlung messen und mögliche Landeplätze auf dem Mond ergründen.

2026 | Griffin-1 und -2 (USA)

Astrobotic, ein privates Raumfahrtunternehmen, strebte 2024 mit Peregrine (Bild) die erste – unbemannte – US-Mondlandung seit Apollo 17 (1972) an. Doch wegen Treibstoffverlusts war eine sanfte Landung auf dem Erdtrabanten unmöglich.

Die Folgemission Griffin-1 wurde immer wieder verschoben, derzeit wird ein Start im Juli 2026 angepeilt.

Auch die Mission Griffin-2 zum Südpol des Mondes ist für heuer noch geplant.

2027 | Chandrayaan-4 (Indien)

Mit Chandrayaan-3 glückte Indien 2023 die Mondlandung. Ein Erfolg, den zuvor nur die Sowjetunion, die USA und China vorweisen konnten.

2027 soll Chandrayaan-4 landen und Materialproben zur Erde bringen.

Auch der erste bemannte Flug Indiens ist nächstes Jahr mit der Raumkapsel Gaganyaan geplant. Ziel ist es bis spätestens 2040 indische Astronauten auf den Mond zu schicken.

2024 | Slim (Japan)

Seit 2024 ist Japan die fünfte Nation auf dem Mond. Der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa ist mit der Sonde Slim (Smart Lander for Investigating Moon) die Mondlandung mit Problemen, die aber behoben werden konnten, gelungen.

seit 2023 | Starship (USA)

Das wiederverwendbare Trägersystem von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat bereits zahlreiche Testflüge absolviert. Wenige waren von Erfolg gekrönt, wodurch das Unternehmen zusehends unter Druck gerät.
Die Rakete soll in Zukunft bemannte Missionen zum Erdtrabanten und in weiterer Folge zum Mars ermöglichen.

2026 | Blue Moon MK1 (USA)

Doch nicht nur Elon Musk, auch Jeff Bezos spürt mit seinem Unternehmen Blue Origin die Mondanziehungskraft.

Noch in diesem Jahr soll der Lander Blue Moon Mark 1 (MK1) von Blue Origin Nutzlasten für die Nasa zur Südpolregion des Mondes bringen.

Ende 2027 soll ein gleicher Lander den Nasa-Rover Viper zur Erkundung von Wassereis und anderen potenziellen Ressourcen auf die Mondoberfläche befördern.

2025 | Mobilfunknetz (Finnland)

Der Mobilfunkausrüster Nokia hat 2025 im Auftrag der Nasa ein mobiles Netz auf dem Mond aufgebaut. Es funktionierte leider nur 25 Minuten lang, da die Athena-Sonde von Intuitive Machines (USA) bei der Landung umgekippt war und dadurch ihre Solarpaneele nicht ausfahren konnte.

Smartphones wie in dieser Illustration werden für die Kommunikation auf dem Mond nicht nötig sein:
Gemeinsam mit Axiom Space (USA) entwickelt das finnische Unternehmen ein in die Raumanzüge integriertes Kommunikationssystem, das es den Artemis-3-Astronauten ermöglichen soll, während ihrer Erkundung der Mondoberfläche miteinander zu sprechen.

2023 | Luna-25 (Russland)

Russlands erste Mondmission seit fast 50 Jahren ist gescheitert. Das unbemannte Fluggerät Luna-25 ist auf der Mondoberfläche zerschellt. Angesichts des Ukraine-Kriegs wurde der Start immer wieder verschoben.

Die Mission Luna-26 wurde vorerst auf 2028 verlegt. Sie ist ein Teil des russischen Mondprogramms, das die Errichtung einer eigenen Raumstation auf dem Himmelskörper bis 2040 vorsieht.

seit 2022 | Hakuto (Japan)

Die erste private Mondlandung durch die japanische Raumfahrtfirma ispace ist missglückt. Der Kontakt zur Sonde Hakuto (deutsch: weißer Hase) ist im April 2023 kurz nach der anvisierten Landezeit abgebrochen. Auch der Landeversuch der zweiten Sonde Hakuto-R2 im Juni 2025 ist gescheitert.

2025 | Blue Ghost (USA)

Die erste Mission im Auftrag der Nasa war ein voller Erfolg für das kommerzielle US-Unternehmen Firefly Aerospace. Einen Mondtag lang (rund zwei Wochen) wurde 2025 der Erdtrabant mit untersucht und beispielweise eine totale Sonnenfinsternis vom Mond aus gefilmt.

2026 ist ein weiterer Flug geplant: Erst soll der Satellit Lunar Pathfinder in einen Mondorbit befördert werden, dann soll Blue Ghost auf der Rückseite des Mondes landen.

Auch für 2028 und 2029 gibt es bereits Aufträge der Nasa zur Beförderung von Rovern zum Erdtrabanten.

seit 2024 | Nova-C (USA)

Der Lander mit dem Namen Odysseus des privaten Unternehmens Intuitive Machines ist im Februar 2024 auf dem Südpol des Mondes gelandet. IM-1 war die erste erfolgreiche kommerzielle Landung auf dem Erdtrabanten.

Die zweite Mission (IM-2) mit der Sonde namens Athena im März 2025 war weniger gelungen, der Lander ist beim Aufsetzen umgekippt.

2026 ist IM-3 geplant. Die Nova-C-Sonde soll im Reiner-Gamma-Wirbel landen. 2027 soll IM-4 folgen.

2023 | Raschid (VAE)

Das erste Raumfahrzeug namens Raschid der Vereinigten Arabischen Emirate befand sich an Bord der japanischen Raumsonde Hakuto. Die Landung der Sonde ist im April 2023 leider gescheitert.

Im zweiten Halbjahr 2026 soll sich nun Raschid 2 auf den Weg Richtung Mond begeben.

2026 | Chang’e 7 (China)

Seit 2007 betreibt China das erfolgreiche Mondprogramm Chang’e.
So kam u. a. Yutu-2 (Jadehase 2) im Rahmen der Chang’e-4-Mission im Jänner 2019 auf der Rückseite des Mondes an, rollte dort als erster Rover über dieses Areal und liefert heute noch wertvolle Daten.

Für August 2026 ist der Start der Mission Chang’e 7 geplant. Ein Lander soll mögliche Plätze für eine chinesische Station in der Nähe des Südpols des Erdtrabanten erkunden.

ab 2027 | Lunar Gateway (USA, Europa, Japan, Kanada)

Die Raumstation Lunar Gateway ist ein Gemeinschaftsprojekt von Nasa, ESA, Jaxa, CSA und MBRSC. Die Pläne dafür wurden bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Näheres dazu im nächsten Kapitel.

ab 2030 | Artemis Base Camp (USA)

Im Rahmen des Artemis-Mondprogramms soll auf dem Mond in mehreren Stufen eine dauerhafte Raumstation gebaut werden. Diese soll in weiterer Folge auch einmal als Ausgangsbasis für einen Flug zum Mars dienen. Die Nasa arbeitet seit 2016 an der Entwicklung praxistauglicher Mondhabitate.

bis 2030 | Atomreaktor (USA)

Da ein Tag auf dem Mond in etwa zwei Wochen dauert und es somit auch genauso lange Nacht ist, soll für die Energiegewinnung bei Dunkelheit ein Atomreaktor sorgen. Bis 2030 soll er laut Nasa in Betrieb gehen.

Hintergrund der Pläne ist unter anderem der wachsende Wettbewerb mit China (mehr dazu im nächsten Kapitel). Auch Russland hat die Idee eines Atomreaktors auf dem Mond schon vor vielen Jahren ins Spiel gebracht. Derzeit planen beide Länder eine gemeinsame Anlage.

Die Zukunft hat schon begonnen

1972 betrat zum letzten Mal ein Mensch den Mond, doch schon bald soll es wieder so weit sein. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang. Eine Übersicht über die geplanten (und teils leider auch wieder gescheiterten) Projekte: vom Mobilnetz auf dem Erdtrabanten bis hin zur Mondbasis.

seit 2022 | Artemis-Missionen (USA)

Das Artemis-Programm der Nasa soll dort anschließen, wo das Apollo-Programm aufgehört hat. Seit Eugene Cernan 1972 als bislang letzter Mensch die Mondoberfläche verließ, gab es in den USA immer wieder Bestrebungen, zum Mond zurückzukehren.
Mit dem Raumschiff Orion soll dies nun gelingen.

2022 | Artemis 1

Nach knapp 26 Tagen im All ist die unbemannte Kapsel Orion im Dezember 2022 im Pazifik gelandet. Sie reiste rund 2,3 Millionen Kilometer durch den Weltraum, flog um den Mond und sammelte wichtige Daten. Die Testmission war ein wichtiger Schritt für die Rückkehr von Menschen auf den Mond.

2026 | Artemis 2

Am 1. April 2026 ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 (1972) gestartet. Artemis 2 soll die Systeme und Arbeitsabläufe an Bord des Raumschiffs Orion für zukünftige bemannte Mondlandungen erproben. Der Flug wird zehn Tage dauern, die Start musste zuvor mehrmals verschoben werden.

2027 | Artemis 3

Es wäre die Krönung, wenn schon bald nach über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen. Derzeit ist die Mission für das Jahr 2027 vorgesehen. Zwei der vier Besatzungsmitglieder sollen dann etwa eine Woche in der Nähe des Südpols des Mondes verbringen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. 30 Tage soll diese Mission insgesamt dauern.

seit 2009 | LRO (USA)

Der Lunar Reconnaissance Orbiter ist eine bewährte Mondsonde mit echtem Scharfblick. Seit Jahren umrundet der Orbiter den Mond und macht Fotos.

seit 2022 | Danuri (Südkorea)

Der Orbiter befindet sich seit Dezember 2022 in der Umlaufbahn des Erdtrabanten und liefert seither spektakuläre Bilder. Danuri soll die Mondoberfläche kartografieren und analysieren, die magnetische Strahlung sowie die Gammastrahlung messen und mögliche Landeplätze auf dem Mond ergründen.

2026 | Griffin-1 und -2 (USA)

Astrobotic, ein privates Raumfahrtunternehmen, strebte 2024 mit Peregrine (Bild) die erste – unbemannte – US-Mondlandung seit Apollo 17 (1972) an. Doch wegen Treibstoffverlusts war eine sanfte Landung auf dem Erdtrabanten unmöglich.

Die Folgemission Griffin-1 wurde immer wieder verschoben, derzeit wird ein Start im Juli 2026 angepeilt.

Auch die Mission Griffin-2 zum Südpol des Mondes ist für heuer noch geplant.

2027 | Chandrayaan-4 (Indien)

Mit Chandrayaan-3 glückte 2023 Indien die Mondlandung. Ein Erfolg, den zuvor nur die Sowjetunion, die USA und China vorweisen konnten.

2027 soll Chandrayaan-4 landen und Materialproben zur Erde bringen.

Auch der erste bemannte Flug Indiens ist nächstes Jahr mit der Raumkapsel Gaganyaan geplant. Ziel ist es bis spätestens 2040 indische Astronauten auf den Mond zu schicken.

2024 | Slim (Japan)

Seit 2024 ist Japan die fünfte Nation auf dem Mond. Der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa ist mit der Sonde Slim (Smart Lander for Investigating Moon) die Mondlandung mit Problemen, die aber behoben werden konnten, gelungen.

seit 2023 | Starship (USA)

Das wiederverwendbare Trägersystem von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat bereits zahlreiche Testflüge absolviert. Wenige waren von Erfolg gekrönt, wodurch das Unternehmen zusehends unter Druck gerät.
Die Rakete soll in Zukunft bemannte Missionen zum Erdtrabanten und in weiterer Folge zum Mars ermöglichen.

2026 | Blue Moon MK1 (USA)

Doch nicht nur Elon Musk, auch Jeff Bezos spürt mit seinem Unternehmen Blue Origin die Mondanziehungskraft.

Noch in diesem Jahr soll der Lander Blue Moon Mark 1 (MK1) von Blue Origin Nutzlasten für die Nasa zur Südpolregion des Mondes bringen.

Ende 2027 soll ein gleicher Lander den Nasa-Rover Viper zur Erkundung von Wassereis und anderen potenziellen Ressourcen auf die Mondoberfläche befördern.

2025 | Mobilfunknetz (Finnland)

Der Mobilfunkausrüster Nokia hat 2025 im Auftrag der Nasa ein mobiles Netz auf dem Mond aufgebaut. Es funktionierte leider nur 25 Minuten lang, da die Athena-Sonde von Intuitive Machines (USA) bei der Landung umgekippt war und dadurch ihre Solarpaneele nicht ausfahren konnte.

Smartphones wie in dieser Illustration werden für die Kommunikation auf dem Mond nicht nötig sein:
Gemeinsam mit Axiom Space (USA) entwickelt das finnische Unternehmen ein in die Raumanzüge integriertes Kommunikationssystem, das es den Artemis-3-Astronauten ermöglichen soll, während ihrer Erkundung der Mondoberfläche miteinander zu sprechen.

2023 | Luna-25 (Russland)

Russlands erste Mondmission seit fast 50 Jahren ist gescheitert. Das unbemannte Fluggerät Luna-25 ist auf der Mondoberfläche zerschellt. Angesichts des Ukraine-Kriegs wurde der Start immer wieder verschoben.

Die Mission Luna-26 wurde vorerst auf 2028 verlegt. Sie ist ein Teil des russischen Mondprogramms, das die Errichtung einer eigenen Raumstation auf dem Himmelskörper bis 2040 vorsieht.

seit 2022 | Hakuto (Japan)

Die erste private Mondlandung durch die japanische Raumfahrtfirma ispace ist missglückt. Der Kontakt zur Sonde Hakuto (deutsch: weißer Hase) ist im April 2023 kurz nach der anvisierten Landezeit abgebrochen. Auch der Landeversuch der zweiten Sonde Hakuto-R2 im Juni 2025 ist gescheitert.

2025 | Blue Ghost (USA)

Die erste Mission im Auftrag der Nasa war ein voller Erfolg für das kommerzielle US-Unternehmen Firefly Aerospace. Einen Mondtag lang (rund zwei Wochen) wurde 2025 der Erdtrabant mit untersucht und u. a. eine totale Sonnenfinsternis gefilmt.

2026 ist ein weiterer Flug geplant: Erst soll der Satellit Lunar Pathfinder in einen Mondorbit befördert werden, dann soll Blue Ghost auf der Rückseite des Mondes landen.

Auch für 2028 und 2029 gibt es bereits Aufträge der Nasa zur Beförderung von Rovern zum Erdtrabanten.

seit 2024 | Nova-C (USA)

Der Lander mit dem Namen Odysseus des privaten Unternehmens Intuitive Machines ist im Februar 2024 auf dem Südpol des Mondes gelandet. IM-1 war die erste erfolgreiche kommerzielle Landung auf dem Erdtrabanten.

Die zweite Mission (IM-2) mit der Sonde namens Athena im März 2025 war weniger gelungen, der Lander ist beim Aufsetzen umgekippt.

2026 ist IM-3 geplant. Die Nova-C-Sonde soll im Reiner-Gamma-Wirbel landen. 2027 soll IM-4 folgen.

2023 | Raschid (VAE)

Das erste Raumfahrzeug namens Raschid der Vereinigten Arabischen Emirate befand sich an Bord der japanischen Raumsonde Hakuto. Die Landung der Sonde ist im April 2023 leider gescheitert.

Im zweiten Halbjahr 2026 soll sich nun Raschid 2 auf den Weg Richtung Mond begeben.

2026 | Chang’e 7 (China)

Seit 2007 betreibt China das erfolgreiche Mondprogramm Chang’e.
So kam u. a. Yutu-2 (Jadehase 2) im Rahmen der Chang’e-4-Mission im Jänner 2019 auf der Rückseite des Mondes an, rollte dort als erster Rover über dieses Areal und liefert heute noch wertvolle Daten.

Für August 2026 ist der Start der Mission Chang’e 7 geplant. Ein Lander soll mögliche Plätze für eine chinesische Station in der Nähe des Südpols des Erdtrabanten erkunden.

ab 2027 | Lunar Gateway (USA, Europa, Japan, Kanada)

Die Raumstation Lunar Gateway ist ein Gemeinschaftsprojekt von Nasa, ESA, Jaxa, CSA und MBRSC. Die Pläne dafür wurden bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Näheres dazu im nächsten Kapitel.

ab 2030 | Artemis Base Camp (USA)

Im Rahmen des Artemis-Mondprogramms soll auf dem Mond in mehreren Stufen eine dauerhafte Raumstation gebaut werden. Diese soll in weiterer Folge auch einmal als Ausgangsbasis für einen Flug zum Mars dienen. Die Nasa arbeitet seit 2016 an der Entwicklung praxistauglicher Mondhabitate.

bis 2030 | Atomreaktor (USA)

Da ein Tag auf dem Mond in etwa zwei Wochen dauert und es somit auch genauso lange Nacht ist, soll für die Energiegewinnung bei Dunkelheit ein Atomreaktor sorgen. Bis 2030 soll er laut Nasa in Betrieb gehen.

Hintergrund der Pläne ist unter anderem der wachsende Wettbewerb mit China (mehr dazu im nächsten Kapitel). Auch Russland hat die Idee eines Atomreaktors auf dem Mond schon vor vielen Jahren ins Spiel gebracht. Derzeit planen beide Länder eine gemeinsame Anlage.

Nutzbare Ressourcen auf dem Mond

Die Mondoberfläche ist mit Staub bedeckt, der wertvolle Rohstoffe, wie Titan, Eisen, Aluminium, Magnesium und seltene Erden enthält. Diese werden nötig sein, um all diese Vorhaben umsetzen zu können, da der Transport von Baumaterial von der Erde aus Kostengründen keine Alternative ist. Eine besonders wertvolle Ressource im Mondstaub ist Helium-3, eine leichte Variante von Helium, das auf der Erde selten vorkommt. Es wird als idealer Brennstoff für die Kernfusion betrachtet, da es sich dabei um ein nicht-radioaktives Isotop handelt. Die Gewinnung ist allerdings mit extremem Aufwand verbunden. Auch Sauerstoff ist im Regolith reichlich vorhanden und kann chemisch extrahiert werden. Zudem wurde an den Polen Wassereis nachgewiesen, eine wertvolle Ressource für zukünftige bemannte Mondstationen zur Gewinnung von Trinkwasser und Treibstoff.

In Zusammenhang mit dem Artemis-Programm hat die Nasa 2020 Artemis Accords initiiert. Dabei handelt es sich um ein internationales Abkommen zur Förderung der sicheren und nachhaltigen Zusammenarbeit in der Weltraumforschung. Bereits mehrere Dutzend Länder, darunter im Dezember 2024 auch Österreich, haben die Vereinbarung unterzeichnet. Sie soll einen Rahmen bei der Erforschung und Nutzung von Mond, Mars, Kometen und Asteroiden zu friedlichen Zwecken schaffen.

Unter Chinas Führung soll in naher Zukunft auch das sogenannte International Lunar Research Gate (ILRS; deutsch: Internationale Mondforschungsstation) errichtet werden. Dabei handelt es sich um ein System zur robotischen Erforschung des Mondes. Der Plan sieht vor, mehrere Komponenten über die gesamte Mondoberfläche zu verteilen. Auch an diesem Vorhaben sind mehrere Länder beteiligt.

Raumstation Lunar Gateway

Die vorerst nicht verwirklichte Raumstation soll als Zwischenstation für künftige Mondmissionen dienen und eine Infrastruktur in der Mondumlaufbahn schaffen. Raumschiffe können von der Erde aus kommend andocken, mit einer Landefähre gelangen die Astronauten dann von der Basis aus zur Mondoberfläche.

Das Habitat soll den Mond umkreisen, wird aber anders als die ISS nicht durchgehend besetzt sein, heißt es.

Später könnte der Mond auch als Zwischenstopp für Marsmissionen dienen: Die geringere Anziehungskraft des Erdtrabanten würde Flüge zum roten Planeten einfacher und billiger machen.

Die Raumstation im Detail

Raumfahrtbehörden von fünf Nationen sind am Projekt Lunar Gateway beteiligt: Nasa (USA), ESA (Europa), CSA (Kanada), Jaxa (Japan) und MBRSC (Emirat Dubai).

Power and Propulsion Element (PPE)

Das Herz der Raumstation liefert die Nasa. Es beinhaltet Solaranlagen zur Stromversorgung sowie Triebwerke, um die Umlaufbahn des Gateways verändern zu können.

Habitation and Logistics Outpost (Halo)

Das Modul kommt auch von der Nasa und dient als Unterkunft und Arbeitsplatz. Eine bis zu vierköpfige Crew kann hier 30 Tage verweilen.

Logistikmodul

Mit dem temporären Modul der Nasa kann die Raumstation aufgetankt und mit Nachschub versorgt werden. Es soll jeweils sechs bis zwölf Monate lang andocken.

Esprit* Refueler

Das Servicemodul der ESA soll die Wiederbetankung für das Gateway übernehmen. Es verfügt auch über eine Luftschleuse.

*European System Providing Refueling, Infrastructure and Telecommunications

Esprit Communications

Kommunikationssystem der ESA.

Gateway External Robotic System (Gers)

Mithilfe des fix montierten multifunktionalen Roboterarms können Module und weiteres Equipment rund um die Station bewegt werden. Ihn liefert die kanadische Raumfahrtbehörde CSA.

Human Landing System (HLS)

Mit der Landefähre der Nasa sollen nach der Mission Artemis 3 Astronauten zur Mondoberfläche gebracht werden.

International Habitat (I-HAB)

ESA und Jaxa bauen ein zusätzliches, größeres Wohn- und Arbeitsmodul, um längere Aufenthalte in der Station zu ermöglichen.

Raumkapsel Orion

Das Nasa-Raumschiff befördert vier Personen von der Erde zur Raumstation und wieder zurück.

European Service Module (ESM)

Servicemodul der ESA für das Raumschiff Orion. Es sorgt für Antrieb, Klimatisierung und die Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft.

Die Raumstation im Detail

Raumfahrtbehörden von fünf Nationen sind am Projekt Lunar Gateway beteiligt: Nasa (USA), ESA (Europa), CSA (Kanada), Jaxa (Japan) und MBRSC (Emirat Dubai).

Power and Propulsion Element (PPE)

Das Herz der Raumstation liefert die Nasa. Es beinhaltet Solaranlagen zur Stromversorgung sowie Triebwerke, um die Umlaufbahn des Gateways verändern zu können.

Habitation and Logistics Outpost (Halo)

Das Modul kommt auch von der Nasa und dient als Unterkunft und Arbeitsplatz. Eine bis zu vierköpfige Crew kann hier 30 Tage verweilen.

Logistikmodul

Mit dem temporären Modul der Nasa kann die Raumstation aufgetankt und mit Nachschub versorgt werden. Es soll jeweils sechs bis zwölf Monate lang andocken.

Esprit* Refueler

Das Servicemodul der ESA soll die Wiederbetankung für das Gateway übernehmen. Es verfügt auch über eine Luftschleuse.

*European System Providing Refueling, Infrastructure and Telecommunications

Esprit Communications

Kommunikationssystem der ESA.

Gateway External Robotic System (Gers)

Mithilfe des fix montierten multifunktionalen Roboterarms können Module und weiteres Equipment rund um die Station bewegt werden. Ihn liefert die kanadische Raumfahrtbehörde CSA.

Human Lander System

Mit der Landefähre der Nasa sollen nach der Mission Artemis 3 Astronauten zur Mondoberfläche gebracht werden.

International Habitat (I-HAB)

ESA und Jaxa bauen ein zusätzliches, größeres Wohn- und Arbeitsmodul, um längere Aufenthalte in der Station zu ermöglichen.

Raumkapsel Orion

Das Nasa-Raumschiff befördert vier Personen von der Erde zur Raumstation und wieder zurück.

European Service Module (ESM)

Servicemodul der ESA für das Raumschiff Orion. Es sorgt für Antrieb, Klimatisierung und die Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft.

Schematische Darstellung,
Größenverhältnisse stehen in keiner Relation zueinander.

Infografik:
Silke Ulrich, Graphic News

Digitale Aufbereitung:
Silke Ulrich

Text:
Silke Ulrich, Thomas Golser

Fotos:
Adobe Stock (18), Imago (5), Nasa, ESA, Kari, iSpace, MBRS, SpaceX, laspace.ru/N.P.O. Lavochkin, Firefly Aerospace, Blue Origin

Quellen:
Nasa, ESA, CSA, JAXA, APA/DPA,
Graphic News/Nasa/ESA/Lockheed Martin