DIE WELT IN ZAHLEN

Weltbevölkerung: Wir sind mehr als acht Milliarden

INFOGRAFIK. Österreich ist bis Jahresbeginn 2024 auf rund 9,16 Millionen Einwohner gewachsen. Im internationalen Vergleich ist man damit freilich ein Zwerg. Indien und China liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze der weltweiten Bevölkerungsstatistik. Ein aktueller Überblick, von Kontinenten bis zu heimischen Gemeinden.

Von Günter Pichler und Jonas Binder

Österreichs Bevölkerung ist auch 2023 wieder gewachsen, konkret um 55.221 auf 9.159.993 Menschen. Auch in Zukunft soll das moderate Wachstum, zumindest laut Prognose der Statistik Austria (Hauptvariante), anhalten. Für die 2060er-Jahre erwarten die Statistiker den Sprung über die 10-Millionen-Marke.

Getrieben ist das Wachstum – bereits jetzt – durch die Zuwanderung ausländischer Staatsangehöriger. Die Zahl der österreichischen Staatsbürger im Land ist seit 16 Jahren stets rückläufig. Dementsprechend hat sich der Ausländeranteil in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt, ein Fünftel der Bevölkerung (19,7 Prozent) hat aktuell keine österreichische Staatsbürgerschaft. Um sie zu erwerben, muss man einige Voraussetzungen erfüllen.

Mit dieser Entwicklung steht Österreich nicht alleine da, laut Prognose der Vereinten Nationen (2022) wuchs zwischen 2000 und 2020 die Bevölkerung in den Hocheinkommensländern der Welt stärker durch Migration als durch den Geburtenüberschuss im Land. In den kommenden Jahrzehnten wird dort die Zuwanderung der alleinige Treiber des Bevölkerungswachstums sein, während Länder mit niedrigem Einkommen weiter durch einen Überschuss an Geburten über die Todesfälle wachsen.

8,082

Milliarden Menschen
lebten laut der Deutschen
Stiftung Weltbevölkerung
Anfang 2024 auf unserer
Erde (Schätzung).

Die Weltbevölkerung hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehr als verdreifacht und dürfte im November 2022 die Schallmauer von acht Milliarden Menschen durchbrochen haben. Das Tempo des Wachstums hat sich mittlerweile aber verringert, nach einer besonders kräftigen Wachstumsphase in den Jahren 1962 bis 1965 nahm die Bevölkerung 2020 erstmals seit 1950 um weniger als ein Prozent zu.

Wie geht es weiter? Bis zum Ende unseres Jahrhunderts dürfte sich das Wachstum weiter einbremsen und nach 9,7 Milliarden im Jahr 2050 in den 2080er-Jahren ihren Höchststand von etwa 10,4 Milliarden Menschen erreichen. Die unterschiedlichen Regionen der Welt wachsen dabei aber bei weitem nicht gleichmäßig; die afrikanische Bevölkerung südlich der Sahara dürfte sich bis 2050 fast verdoppeln, die Bevölkerung Europas und Nordamerikas hingegen Ende der 2030er-Jahre ihren Höchststand erreichen und dann zu schrumpfen beginnen.

Wie sich die Weltbevölkerung verteilt

Mit 4,72 Milliarden lebte 2022 in Asien mehr als die Hälfte der Menschen, in Afrika immerhin schon knapp ein Fünftel – nur ein Zehntel hingegen in Europa und Ozeanien (inklusive Australien) zusammen.

Scrollen Sie weiter, um zu sehen, in welchen Ländern der Welt 2022 die meisten Menschen lebten. Klicken oder tippen sie dazu auf das jeweilige Land bzw. suchen Sie danach (Lupensymbol links). Sie können auch in die Karte zoomen.

Indien und China haben die Nase vorn

An der Spitze der Länder, gemessen nach ihrer Einwohnerzahl, stehen Indien (1,417 Milliarden) und China (1,412 Milliarden), die sich aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Laut den neuesten Worldbank-Daten (2022) hat Indien mittlerweile China überholt. In anderen Datenquellen liegt China noch auf Platz 1. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden kommt es zu abweichenden Resultaten. Während Indien weiter wächst, wird für China künftig ein Schrumpfen der Bevölkerung prognostiziert. Eine der Ursachen dafür ist ein starker Geburtenrückgang wegen hoher Lebenshaltungskosten.

Auf Platz 3 der bevölkerungsreichsten Länder liegen die USA (333,288 Millionen), vor Indonesien (275,501 Millionen) und Pakistan (235,825 Millionen). Aber in welchen Ländern leben die wenigsten Menschen?

Indien und China haben die Nase vorn

An der Spitze der Länder, gemessen nach ihrer Einwohnerzahl, stehen Indien (1,417 Milliarden) und China (1,412 Milliarden), die sich aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Laut den neuesten Worldbank-Daten (2022) hat Indien mittlerweile China überholt. In anderen Datenquellen liegt China noch auf Platz 1.

Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden kommt es zu abweichenden Resultaten. Während Indien weiter wächst, wird für China künftig ein Schrumpfen der Bevölkerung prognostiziert. Eine der Ursachen dafür ist ein starker Geburtenrückgang wegen hoher Lebenshaltungskosten.

Auf Platz 3 der bevölkerungsreichsten Länder liegen die USA (333,288 Millionen), vor Indonesien (275,501 Millionen) und Pakistan (235,825 Millionen). Aber in welchen Ländern leben die wenigsten Menschen?

Die nach Einwohnern kleinsten Länder

Vatikanstadt Der Kirchenstaat hat mit 618 Staatsbürgern die kleinste Bevölkerung. Sie setzt sich aus Geistlichen und Laien zusammen, die in oder für den Vatikan arbeiten. Innerhalb der Mauern leben nur 246 Menschen, darunter 104 Schweizergardisten.

Niue Die 2400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland gelegene Koralleninsel im Südpazifik zählt rund 1600 Einwohner. Der zweitkleinste Staat der Welt ist per Assoziierungsvertrag mit Neuseeland verbunden. Staatsoberhaupt ist demnach König Charles III.

Tuvalu Der Inselstaat liegt ebenfalls im Pazifik und hat mit 11.200 Einwohnern die drittkleinste Bevölkerung der Welt. Als Mitglied im Commonwealth of Nations ist Tuvalus Staatsoberhaupt ebenfalls König Charles III.

Nauru In der Inselrepublik im Pazifik leben 12.500 Einwohner – Platz vier.

Cookinseln Auch die Cookinseln liegen im südlichen Pazifik. Der 17.500-Einwohner-Staat hat wie Niue einen Assoziierungsvertrag mit Neuseeland und damit König Charles III. als Staatsoberhaupt.

Die aktuelle Bevölkerungsstatistik Österreichs

2023 ist die Bevölkerung in allen österreichischen Bundesländern gewachsen. Das größte prozentuale Plus hatte Wien mit +1,2 Prozent. Kärnten ist mit +0,1 Prozent das Bundesland mit dem geringsten Bevölkerungszuwachs. Die Steiermark wuchs um 0,4 Prozent.

Auf Bezirksebene wuchsen die Statutarstädte St. Pölten (+2,1 Prozent), Eisenstadt (+1,8 Prozent), Wels, Wiener Neustadt und Graz (je +1,4 Prozent) am stärksten. Unter den fünf Bezirken mit dem stärksten Bevölkerungsrückgang sind drei steirische: Leoben (−1,1 Prozent), Murau (−0,9 Prozent) und Bruck-Mürzzuschlag (−0,5 Prozent). Während die Bevölkerung in insgesamt 67 Bezirken zunahm und in 26 schrumpfte, gab es in Scheibs keine Veränderung (±0 Personen).

Auf Gemeindeebene wuchsen prozentuell Schandorf (Burgenland), Gramais (Tirol) und Andlersdorf (Niederösterreich) am stärksten. Es handelt sich dabei allerdings um sehr kleine Kommunen, absolut kamen in Gramais beispielsweise zu den bisher 40 nur fünf Personen hinzu.

Die stärksten Rückgänge gab es indes in Ossiach (Kärnten), Spital am Semmering (Steiermark) sowie Frankenburg am Hausruck (Oberösterreich).

Quellen:
Statistik Austria: Vorläufiger Bevölkerungsstand in Österreich mit Stand 1. Jänner 2024;
World Bank: Daten für 2022, abgerufen im November 2023;
UN World Population Prospects 2022; Destatis; Deutsche Stiftung Weltbevölkerung; visitvaticancity.org; Google, APA

Intro-Video:
Adobe Stock

Kartengrundlage:
flourish.studio; worldbank.org; 23degrees.io; OpenStreetMap; Statistik Austria