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Die Formel 1 in Rot-Weiß-Rot

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Anfang

1. Der Anfang
Österreich spielte im Motorsport eine recht eigenwillige Rolle. Wir waren in den diversen Veranstaltungskalender zwar  schon seit dem 19. Jahrhundert prominent vertreten.

Die Alpenfahrt und das eine oder andere Bergrennen verliehen dem Sport einen internationalen Anstrich.
Rundstreckenrennen fanden jedoch nur wenig Beachtung. Rund ein halbes Jahrhundert verschlief Österreich die Entwicklung im Motorsport auf Rennstrecken. Autorennen waren nur Beiwerk der populären Motorradrennen in Dörfern. „Rund um den Kirchturm“ waren sehr beliebte Wettfahrten. Der Zweite Weltkrieg beendete auch diese Rennerei.

Nach 1945 folgte erneut eine Stunde null. Sportwagen gab es kaum, Rennwagen schon gar nicht. Im ersten Nachkriegsjahr waren in Österreich rund 18.000 Autos angemeldet.
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2. Die Initialzündung

Die Besatzungsmächte hatten ganz andere Sorgen als Autorennen. Bis auf die Franzosen in Westösterreich. Ihnen war es zu verdanken, dass 1948 das erste Auto-Straßenrennen mitten in Innsbruck gab (mit drei Teilnehmern). Dennoch geisterte der Rennsport weiter in den Köpfen einiger Funktionäre herum. 1950 gab es ein Straßenrennen in Stockerau, weiters in Liefering und Hallein, 1952 sogar auf der Trabrennbahn Krieau ein Sandbahnrennen.

Die allgemeine Notlage führte aber Renn- und Rallyefahrer zusammen. 1956 wurde der Österreichische Automobil-Sport-Club (ÖASC) gegründet. Die Rallyefahrer bekamen einen Wettbewerb vom Bodensee zum Neusiedler See, das Gaisbergrennen wurde als FIA-Berg-EM-Lauf neu belebt – und die Rundstreckenpiloten fanden in Form der Flugplatzrennen ihre ideale „Spielwiese“. Wien-Aspern (Bild) war der erste Höhepunkt der neuen Spezies. Feine Porsche und Ferraris konnten da schon bewundert werden.
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3. Startflagge für Zeltweg

Eine besondere Wirkung in der Anfangsphase des rot-weiß-roten Automobilsports hatte eine Veranstaltung des steirischen Automobilklubs. Die Sektion Knittelfeld sagte kurzerhand ihr nationales Motorradrennen ab und sprang auf den bereits fahrenden Zug „Flugplatzrennen“ auf. Man bemühte sich um die Genehmigung, auf dem Militärflughafen in Zeltweg ein Rennen austragen zu dürfen. Und weil die österreichische Luftwaffe Ende der 50er-Jahre eigentlich nur auf dem Papier existierte, wurde die Genehmigung erteilt.

Am 15. September 1957 wurde das erste Rennen für Automobile und Motorräder veranstaltet. Die etwa 80 Meter breite Landebahn wurde einfach mittels Strohballen in zwei Fahrbahnen geteilt.

Der Anfang war getan, ein Jahrzehnt lang bewahrte das Muster der Flugplatzrennen den Aufwärtstrend im Motorsport. Rennen gab es in dieser Form in Innsbruck, Linz oder auch in Klagenfurt (Bild). Und selbst die internationalen Stars wurden mit dem österreichischen Schmäh ins Land gelockt. Flugplatzrennen hatten auch einen weitaus höheren Sicherheits-Standard als permanente Rennstrecken wie Monza oder der Nürburgring.
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4. Steirischer Alleingang

1958 gelang dem StAMK Knittelfeld ein Clou. Man veranstaltete mit dem ÖASC und dem Gaisbergrennen eine Doppelveranstaltung. Am 17. August wurde in Zeltweg gefahren, das gesamte Feld des Bergrennens wurde praktisch gratis in die Steiermark umgeleitet. Mit Namen wie Graf Berghe von Trips oder Jean Behra.

Bei der Abrechnung der beiden Veranstaltungen gab es jedoch eine hitzige Auseinandersetzungen. Es kam zum Bruch der Knittelfelder mit dem ÖASC, der ein Rennen in Graz-Thalerhof veranstaltete.

Unter der Leitung von Dr. Gustav Tiroch gelang aber der Knittelfelder Alleingang, 1959 mit einem Formel-2-Rennen.

1960 folgte der endgültige Durchbruch. Das Cooper-Werksteam mit dem regierenden Weltmeister Jack Brabham war am Start. Und Stirling Moss mit dem Formel-2-Porsche der unumstrittene Star. Am Ende verhalf eine Rekordzuschauerkulisse, selbst das Startgeld von Stirling Moss in Höhe von rund 70.000 Schilling zu bezahlen.

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1961 wurde das Formel-1-Reglement geändert. Statt 2500 ccm nur mehr 1500. Und es gab neben den offiziellen FIA-WM-Läufen auch Formel-1-Rennen ohne WM-Prädikat gab. Der ÖASC öffnete seine Kassen und in Aspern wurde mit dem ersten Formel-1-Rennen auf österreichischem Boden erneut ein Comeback gefeiert.

Aber auch Zeltweg schaffte es, ein zusätzliches Formel-1-Rennen zu auf die Beine zu stellen. 1961 war ein denkwürdiges Jahr, mit zwei Formel-1-Rennen in Österreich. Wobei Zeltweg fast wie ein GP besetzt war. Mit Innes Ireland (Lotus), Jim Clark (Lotus), John Surtees, Jack Brabham (Cooper) oder Joakim Bonnier (Porsche). Den Sieg holte sich Ines Ireland, später durfte er dafür einen Hirsch schießen. Und das Sportwagenrennen gewann ein gewisser Gunther Philipp.

Ein Flugplatzrennen in Innsbruck spielte eine  schicksalhafte Rolle. Beim Tourenwagenrennen schien erstmals der Neuling „Rindl“ als 16. und Vorletzter in den Ergebnislisten auf. Der Name Jochen Rindt war noch niemandem ein Begriff.
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5. Erster GP von Österreich

1962 fanden in Österreich nur mehr zwei Flugplatzrennen (Aspern, Innsbruck) statt. Eine vom Finanzamt vorgeschriebene Zahlung einer hohen Einkommenssteuer und ein Konflikt mit dem Landesgendarmerie-Kommando wegen eines hohen Honorars führten in Zeltweg zur Absage.

Das Flugplatzrennen am 1. September 1963 lief aber unter dem Titel „Großer Preis von Österreich“. Weil dieses Formel-1-Rennen schon als Generalprobe für den geplanten WM-Lauf 1964 ausgetragen wurde. Zwei Österreicher waren auch am Start. Kurt Barry in einem alten Porsche und Jochen Rindt (Bild) in einem umgebauten Formel-Junior-Cooper. Jack Brabham gewann. Jochen Rindt musste auf Platz sieben liegend wegen Motorschadens aufgeben.

Die Euphorie war endgültig entfacht. Die Stimmung konnte nicht besser sein. Und im September bekam Zeltweg endlich den Status eines Weltmeisterschaftslaufs für 1964.

Vor dem WM-Lauf in Zeltweg etablierte sich Jochen Rindt bereits in Crystal Palace im internationalen Business, als er Graham Hill schlug. Im Vergleich zum WM-Lauf in Zeltweg waren alle anderen Veranstaltungen in Österreich Kirchtagsrennen, ein Quantensprung im österreichischen Rennsport. Das Rennbüro war ein Londoner Doppeldeckerbus. Oben die Zeitnahme, darunter die Rennleitung. Und plötzlich machten sich auch hunderte ausländische Journalisten auf ins Aichfeld.

In einem Tag wurden Tribünen, Boxen und andere Einrichtungen installiert. Mehr Zeit gab es nicht. Alles gelang tadellos, Flugplätze mit Vollbetrieb eigneten sich aber doch nur sehr eingeschränkt für einen Formel-1-WM-Lauf.

Lorenzo Bandini gewann im Ferrari. Doch eines ist vielen klar geworden: Die Rumpelpiste auf dem Flugfeld war kaum brauchbar für einen WM-Lauf, die zierlichen Rennwagen zerfielen einer nach dem anderen. Nur neun von 20 Fahrzeugen wurden klassiert. Einen zweiten FIA-WM-Lauf auf dem Flughafen gab es nicht mehr.
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6. Die Rindt-Euphorie

Österreich verlor zwar gleich wieder den WM-Status, die Begeisterung um Jochen Rindt hatte aber ihren Anfang genommen. Er fuhr für Cooper in der WM, nahm aber auch immer wieder an den vier internationalen Flugplatzrennen im Lande teil. Er gewann 1965 in Aspern das GT-Rennen, in Zeltweg im Le-Mans-Ferrari 250 (Bild) das Sportwagenrennen, ebenso in Innsbruck.

In dieser Zeit gesellten sich im Zuge der Rindt-Euphorie langsam auch Niki Lauda und Helmut Marko dazu. Die Rufe um eine permanente Rennstrecke wurden im lauter.

Das Video zeigt das unglaubliche Jahr 1970 mit dem schrecklichen Unfall am 5. September in Monza.
Eine Hommage an Jochen Rindt
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7. Österreich- gegen Salzburgring

1965 wurde das Projekt Österreichring nordöstlich des Zeltweger Flughafens präsentiert. 20 Millionen Schilling sollte der Bau kosten. Das Projekt nahm immer konkretere Formen an.

Der ÖASC, als größter Motorsportveranstalter, wollte das nicht akzeptieren und Präsident Willi Löwinger brachte den Salzburgring ins Spiel. Die beiden Rennstrecken spalteten das Land. Die Industrie mit Porsche Salzburg, Mercedes, BMW und die drei großen Klubs in Salzburg gründeten ein Konsortium zum Bau des Salzburgrings.

In Zeltweg schrillten die Alarmglocken. Verträge wurden schnellstens unterschrieben, auch zu überhöhten Preisen. In der Steiermark nahm man viel Risiko. Raiffeisen war bereit, einen Kredit in Höhe von 28 Millionen Schilling bereitzustellen. Die Bank wollte aber eine Sicherstellung. Rechtsanwalt Gustav Tiroch, Sepp Doppelreiter und Franz Hruby übernahmen die Bürgschaft. Am 4. Mai folgte der Spatenstich im Aichfeld.

Der Salzburgring geriet etwas in Verzug, weil Grundstückseigentümer nicht so mitspielten. Eine andere Fläche musste gefunden werden und diesen Vorsprung nützte Zeltweg freilich aus. Der Bau des 5,911 km langen Österreichrings dauerte nur 15 Monate, sodass die erste permanente Rennstrecke am 27. Juli 1969 eröffnet wurde. Zwei Wochen später folgte das 1000-km-Rennen (Sieger: Joe Siffert/Kurt Ahrens im Porsche 917) als Generalprobe für den Formel-1-Grand Prix (Bild).

Acht Wochen nach der Eröffnung des Österreichrings wurde der Salzburgring am 21. September 1969 seiner Bestimmung übergeben.
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Jochen Rindt gewann dann auch noch am Ende des Jahres in Watkins Glen seinen ersten Formel-1-Grand-Prix.

Der Österreichring bekam für 1970 den Formel-1-WM-Lauf, am 16. August stand Zeltweg wieder im Kalender, mit Jochen Rindt als Nationalhelden, und das 1000-km-Rennen, auf dem Salzburgring wurden der Motorrad-WM-Lauf und die Tourenwagen-EM ausgetragen.

Jochen Rindt eilte in diesem Jahr von Sieg zu Sieg, gewann in Monte Carlo, Brands Hatch, Zandvoort und Clermont-Ferrand und auf dem Hockenheimring.

Am 5. September versetzte der tödliche Unfall von Jochen Rindt in Monza die gesamte Nation in einen Schockzustand. Weltmeister wurde er posthum.
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9. Die Rindt-Nachfolge

Im Zuge der Euphorie um Jochen Rindt gab es eine Reihe talentierter Hoffnungen. Harald Ertl, Niki Lauda, Helmut Marko, Helmut Koinigg oder auch Johannes Ortner (Berg-Europameister) und Dieter Quester.

Helmut Marko, heute Motorsportchef bei Red Bull, mitverantwortlich für die vier Weltmeistertitel von Red Bull Racing mit Sebastian Vettel, gewann mit dem Holländer Gijs van Lennep 1971 in Le Mans.

Drei von den sogenannten Piloten im Rennen um die Rindt-Nachfolge hatten ganz konkrete Ziele: Niki Lauda, Helmut Marko und Dieter Quester. Und der Grazer erhielt die Chance, schon 1971 zwei Formel-1-Rennen für BRM fahren zu können.

1972 fuhren Marko und Lauda eine volle Saison, Marko im BRM (Bild), Lauda auf March. Beide nahmen ein hohes finanzielles Risiko in Kauf, anders als Dieter Quester, der diesen „Mut“ nicht aufbringen wollte.






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Der motorsportlichen Hysterie folgte mit dem Ölschock, ausgelöst durch den Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und der arabischen Welt, ein völlig anderer Zeitgeist. Die öffentliche Meinung ging auf Distanz zum Rennsport. So trocknete der Amateursport immer stärker aus, während die Formel 1 aber unter Bernie Ecclestone und Max Mosley florierte und alle Sponsorgelder an sich zog. Bis 1977 gab es noch Flugplatzrennen. Das internationale motorsportliche Highlight war aber immer das Formel-1-Rennen bis 1987 auf dem Österreichring.

Die Karriere von Helmut Marko ging bereits 1972 in Clermont-Ferrand zu Ende, als ein aufgewirbelter Stein ihn am Auge traf. Damit war der Weg frei für Niki Lauda. Er wechselte 1973 zu BRM, bekam für 1974 einen Ferrari-Vertrag. In Jarama feierte er seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Und 1975 war er zum ersten Mal Weltmeister.

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10. Zehn Jahre Pause in der Lauda-Ära

Nach Laudas erstem WM-Titel, folgte der Feuerunfall auf dem Nürburgring, der zweite WM-Titel von Lauda 1977, die selbst auferlegte „Zwangspause“ von „Niki Nazionale“, wie er in seiner Ferrari-Zeit genannt wurde. Dann das Comeback mit dem McLaren-TAG-Turbo.

1984 siegte Lauda auf dem Österreichring. Er bliebt bis heute der einzige, der den Heim-GP gewinnen konnte. In diesem Jahr holte er seinen dritten WM-Titel. Und Jo Gartner und Gerhard Berger starteten das Lauda-Erbfolgespiel.

Österreich hatte zwar große Talente, aber seit 1987 keinen Grand Prix mehr. Man erfüllte nicht die Umbau-Auflagen, Österreich war bei der FIA auch nicht mehr so stark vertreten. Erst als der endgültige Kalender für 1988 aus Paris kam, wollte man die Tatsachen endlich wahrhaben. Der GP von Österreich war aus dem Kalender verschwunden, vorbei der Ring mit den schnellen Mutkurven. Die Ära Lauda endete nahezu zeitgleich mit dem Ende von Zeltweg.

Den Anschluss zur Formel-1-Szene hielt Gerhard Berger. Der dem großen Commendatore Enzo Ferrari seinen letzten Siege schenkte, die der fast 90-Jährige erleben durfte. Zehn GP gewann Berger, Weltmeister wurde er nie. 1994 war vielleicht das traurigste Jahr. Mit den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna in Imola. Für Berger „fiel die Sonne vom Himmel“.

Helmut Marko interviewt Niki Lauda nach dem Heimsieg 1984
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12. Das Ring-Comeback

Trotz allem: Man fragte sich, warum Österreich zwar erfolgreiche GP-Piloten hat, aber keinen WM-Lauf mehr. Auch das Interesse der Steiermark erwachte wieder. Und gerade in diesem 94er-Jahr knüpfte Berger die Kontakte zu Bernie Ecclestone. Im Sommer fanden erste Gespräche statt. Und es war aber auch allen klar, dass es ohne kostspieligen Umbau kein Comeback geben würde.

Die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ waren sich nicht immer einig. Landesrat Hirschmann (VP) fand aber im Bürgermeister von Spielberg, Siegbald Zeller (SP), einen verbündeten. Aus Zeltweg wurde konsequent Spielberg, auf deren Gemeinde der Ö-Ring sich befand. Die beiden handelten mit Ecclestone einen für sechs Jahre gültigen Vertrag aus.

Die Umbauarbeiten wurden gestartet, der Ring auf 4,323 Kilometer gekürzt. Parallel dazu gab es nach Berger und Wendlinger, wieder einen österreichischen Anwärter auf ein Formel-1-Cockpit. Alexander Wurz, Enkel von Franz Wurz, der in den 50er-Jahren in einem BMW um „den Kirchturm“ fuhr und Sohn des dreifachen Rallyecross-Europameisters Franz Wurz. 1996 gewann Alexander mit einem Joest-Porsche die 24 Stunden von Le Mans und einige Woche später durfte er mit einem Sauber die ersten Runden auf dem neu eröffneten A1-Ring drehen.

Für die Rückkehr in den WM-Kalender musste man sich zwar noch ein wenig gedulden, aber 1997 war es so weit. Wurz war Testfahrer bei Benetton, durfte den wegen einer Kieferoperation pausierenden Berger für drei Rennen ersetzen. Genau im dritten Rennen (Silverstone) stand Wurz als Dritter erstmals auf dem Podium. Der erste Sieger auf dem A1-Ring hieß 1997 Jacques Villeneuve (Williams).

Dass es Wurz nie so ganz zu einem Nachfolger von Lauda oder Berger schaffte, merkten auch die heimischen Fans, die nicht mehr so in Massen zum A1-Ring pilgerten. Und seit 2002 stand Österreich wieder einmal auf der Abschussliste von Ecclestone. 2003 war erneut Schluss.

O-Ton: Ferrari V12


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13. Der Besitzwechsel

Die steirische Landesregierung verkaufte den Ring an Dietrich Mateschitz, der seit 1987 mit seiner Firma Red Bull ein Milliarden-Imperium aufgebaut hatte. Aus dem A1-Ring wurde vorerst eine Versuchs- und Rennstrecke.

Red Bull stieg gleich mit zwei Teams in die Formel 1 ein (Red Bull Racing, Toro Rosso), der Ring blieb nur eine Facette. Helmut Marko begleitet von Anfang an die Geschicke von Red Bull, die Übernahme von Jaguar und Minardi. Christian Klien durfte 2004 die Formel-1-Rennen  im Jaguar bestreiten. Später wurde aus Jaguar Red Bull Racing, 2005 wurde Minardi übernommen und später in Toro Rosso umgetauft, der Kärntner Patrick Friesacher wurde zuvor eingeschleust. Aber nach elf Starts für Minardi war auch sein finanzieller Background erschöpft.

Das Thema Ring trieb Mateschitz wohl voran, musste aber immer wieder unerwartete Rückschläge hinnehmen. Es gab eine Grundsatzgenehmigung für einen neuerlichen Umbau, die Haupttribüne wurde abgerissen, als der Umweltsenat die Genehmigung wieder zurückzog. Das Projekt Red Bull Ring schien vorerst beendet. Eine riesige Baustelle blieb zurück.

Erst als Dietrich Mateschitz persönlich, und nicht die Firma Red Bull, als Investor auftrat, gab es wieder grünes Licht. 2008 fuhren wieder die Bagger auf, drei Jahre später, am 15.
Mai 2011 wurde der Red-Bull-Ring eröffnet. Die ersten Höhepunkte waren ein DTM-Lauf und der Truck-GP.

Vier Mal holte Red Bull Racing den WM-Titel mit Sebastian Vettel. Und 2014 gab es endlich auch wieder den ersten GP in Zeltweg, pardon: in Spielberg. Vor ausverkauften Tribünen – ein glorreiches Comeback in der österreichischen Rennsportgeschichte.


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Vollbild
GP von Österreich - die Sieger

1961   Stirling Moss (GBR)   Lotus-Climax, Wien-Apsern

1962   Innes Ireland (GBR)   Lotus-Climax, Flugplatz Zeltweg
1963   Jack Brabham (AUS)   Brabham, Flugplatz Zeltweg
1964   Lorenzo Bandini (ITA)   Ferrari, Flugplatz Zeltweg

1970   Jackie Ickx (BEL)   Ferrari, Österreichring
1971   Jo Siffert (SUI)   BRM, Österreichring
1972   Emerson Fittipaldi (BRA) Lotus-Ford, Österreichring
1973   Ronnie Peterson (SWE) Lotus-Ford, Österreichring
1974   Carlos Reutemann (ARG) Brabham-Ford, Österreichring
1975   Vittorio Brambilla (ITA) March-Ford, Österreichring
1976   John Watson (IRL)   Penske-Ford,Österreichring
1977   Alan Jones (AUS)   Shadow-Ford, Österreichring
1978   Ronnie Peterson (SWE) Lotus-Ford, Österreichring
1979   Alan Jones (AUS)   Williams-Cosworth, Österreichring
1980   Jean-Pierre Jabouille (F) Renault, Österreichring
1981   Jacques Laffite (FRA)   Talbot-Ligier, Österreichring
1982   Elio de Angelis (ITA)   Lotus-Cosworth, Österreichring
1983   Alain Prost (FRA)   Renault, Österreichring
1984   Niki Lauda (AUT)   McLaren-TAG-Porsche,Österreichring
1985   Alain Prost (FRA)   McLaren-TAG-Porsche, Österreichring
1986   Alain Prost (FRA)   McLaren-TAG-Porsche, Österreichring
1987   Nigel Mansell (GBR)   Williams-Honda, Österreichring

1997   Jacques Villeneuve (CAN) Williams-Renault, A1-Ring
1998   Mika Häkkinen (FIN)   McLaren-Mercedes, A1-Ring
1999   Eddie Irvine (IRL)   Ferrari, A1-Ring
2000   Mika Häkkinen (FIN)   McLaren-Mercedes, A1-Ring
2001   David Coulthard (GBR) McLaren-Mercedes, A1-Ring
2002   Michael Schumacher (GER) Ferrari, A1-Ring
2003   Michael Schumacher (GER) Ferrari, A1-Ring

2014   Nico Rosberg (GER)   MercedesAMG, Red Bull Ring
2015   Nico Rosberg (GER) Mercedes AMG, Red Bull Ring
2016   Lewis Hamilton (GBR) Mercedes AMG, Red Bull Ring
2017   Valtteri Bottas (FIN) Mercedes-AMG, Red-Bull-Ring
2018   Max Verstappen (NL) Red Bull, Red Bull Ring
2019   Max Verstappen (NL) Red Bull, Red Bull Ring


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Text, Konzeption, Montage:

Gerhard Hofstädter
Fotovermerk:
Picturedesk (3), Pinterest, Technisches Museum Fenzlau/Jelinek, Privat (2), Votava, Rottensteiner, Simon, Twitter, APA (3), Plankenauer, Red Bull Content
Videos:
Youtube



Die Geschichte als Video: Vom Österreichring zum Red-Bull-Ring
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